Mit der Bijou du Rhône durch das malerische Südfrankreich

Das positive Fazit gibt es jetzt einfach mal am Anfang. Meine Erwartungen wurden völlig übertroffen! Eine Frankreich-Kreuzfahrt auf dem Fluss, das habe ich schon mal vor der Pandemie auf der Seine erleben dürfen. Das war im Winter über die Weihnachtsfeiertage, jetzt sollte es also eine Flusskreuzfahrt auf der Rhône mit NICKO CRUISES im Oktober sein. Starthafen ist Lyon, und dort endete auch diese besondere Flusskreuzfahrt, die mich positiv überrascht hat. Landschaftliche Highlights wechseln sich ab mit historischen Orten und alten Traditionen.

Das erste französische Croissant im Café Maison Antoine

Lyon ist die Stadt, in der Rhône und Saône zusammentreffen, und wir werden auch während der Tour auf beiden Flüssen unterwegs sein. Im Zentrum der beeindruckenden Stadt wird die zweitausendjährige Historie erlebbar. Aber zunächst schauen wir noch nicht so genau hin, denn die erste Müdigkeit meldet sich und natürlich auch der erste Hunger. Ein kleines Café mit dem Namen Maison Antoine soll es sein, dort gibt es das erste französische Frühstück mit kleinen köstlichen Kuchen und – selbstverständlich – Croissants. Lyon ist die drittgrößte Stadt Frankreichs, und wir lassen uns nach dem Frühstück bis mittags einfach ein bisschen treiben, ehe es zum Schiff zurückgeht.

Internationale Gäste mit den unterschiedlichsten Nationalitäten

Endlich startet der Check-In. Mittlerweile hat es auch eine große schwedische Reisegruppe geschafft und ist an Bord. Wir sind erfreulicherweise ziemlich international unterwegs, denn auf dieser Reise sind unter anderem auch amerikanische Gäste dabei, die im Rahmen einer Europatour auch diese Flusskreuzfahrt gebucht haben. Ein paar Wochen später geht es für sie sogar wieder mit einem Kreuzfahrtschiff zurück in die USA – einmal über den Atlantischen Ozean. Das Rentnerleben kann schön sein!

Absenkbare Panoramafront das Highlight der Kabine

Ich beziehe meine 14 Quadratmeter große Kabine und denke, dass man es hier gut für die nächste Woche aushalten kann. Die Kabine ist nicht supermodern, sondern eher zweckmäßig, aber man kann sich durchaus wohlfühlen. Das Einzige, was mich stört, ist der Duschvorhang im Bad. Da denke ich einfach, dass die Zeiten des Duschvorhangs vorbei sein sollten. Ein ganz großes Plus der Kabine ist allerdings die absenkbare Panoramafront. Dort stehe ich etliche Male während der Reise und genieße den Blick aufs Wasser. Das ist unfassbar entschleunigend.

Der entschleunigende Blick auf die Rhone

Spannender Routenverlauf

Von Lyon geht die Reise zunächst nach Chalon-sur-Saône, dann nach Macon. Nächster Stopp ist Trévoux. Es folgen Viviers, Arles und Avignon, ehe es zurück zum Ausgangspunkt der Reise geht. Die Ausflüge, die von NICKO CRUISES angeboten werden, sind sorgfältig ausgewählt und von erfahrenen Reiseführern begleitet.

Ablegen in Lyon als Panoramafahrt

Schon das erste Ablegen in Lyon war ein echtes Erlebnis. Erst nach 22 Uhr ging es los, die Stadt präsentierte sich einfach wunderschön. Viele historische Gebäude wurden mit Licht eindrucksvoll in Szene gesetzt, so dass die Fahrt heraus aus der Stadt ein echter Genuss war. Viele Passagiere haben sich diesen Moment trotz der langen Anreise nicht entgehen lassen.

Erstes Ziel war am nächsten Tag Chalon-sur-Saône, das wir mittags erreichten. Für diesen Tag hatten wir einen Ausflug nach Beaune/Burgund in das historische Hotel Dieu gebucht, der nach dem Mittagessen startete. Vorher blieb Zeit für einen Bummel durch Chalon-sur-Saône. Mir sagte dieses Städtchen vorher nichts, aber ein Blick ins Internet verriet, dass es die Stadt der Fotografie ist, da dort um 1826 das erste lichtbeständige Foto der Welt aufgenommen wurde.

Zurück ins Mittelalter in den Palast der Armen ins Hotel Dieu

Das Hotel Dieu ist ein mittelalterliches Krankenhaus aus dem Baujahr 1443. Dort wurden arme Menschen kostenlos behandelt. Damit der Betrieb des Krankenhauses funktionierte, wurden auch reiche Menschen behandelt, die ihre ärztliche Versorgung aber bezahlen mussten. Dieses Museum kann ich durchaus empfehlen, denn der Einblick in den Krankenhausbetrieb ist wirklich spannend und man fühlt sich zurückversetzt in vergangene Zeiten.

Typische Szenen des französischen Lebens

Nächstes Ziel der Reise war Mâcon. Für diesen Tag hatten wir keinen Ausflug gebucht, so dass wir uns zu Fuß auf in die Stadt machten. Allein der Weg in das Stadtzentrum hinein hat schon Spaß gemacht, denn wir bekamen typische Szenen des französischen Lebens zu sehen. Unter anderem schauten wir einem Maler zu, der am Fluss eine Leinwand aufgebaut hat und ganz in Ruhe zeichnete. Genau das erlebten wir auch noch an anderer Stelle, nämlich mitten auf einer Fußgängerinsel auf einer Kreuzung. Kreativität wird in Frankreich großgeschrieben, dafür bekommen wir während der Reise noch viele Beispiele geliefert. Vormittags war noch nicht allzu viel los in der Stadt, wir zogen durch die Gassen und landeten unter anderem an der Église Saint-Pierre und in einer Brasserie direkt neben dem Rathaus.

Ein Künstler geht seiner Leidenschaft nach.

Von Belleville in die Weinberge

Mittags legte die Bijou du Rhone in Mâcon ab, das nächste Ziel war Belleville. Dort startete für viele Gäste der Ausflug in Richtung Beaujolais. Es fühlte sich an, als würde ein Bus mal eben rechts ranfahren, um seine Gäste rauszulassen. So wunderbar unkompliziert war es auch, denn während wir vom Schiff in den Bus stiegen und unseren Ausflug starteten, fuhr das Schiff weiter, um uns später woanders wieder einzusammeln. Unser Ziel war ein großes Weinanbaugebiet, das nördlich von Lyon liegt.

Spaziergang durch die Rebstöcke mit anschließender Weinprobe

In Ternand hatten wir die Möglichkeit, einen kleinen Spaziergang durch die Rebstöcke zu machen. Trauben zu probieren, war ausdrücklich erlaubt. Das meiste war schon abgeerntet, aber der Geschmack der blauen Trauben zuckersüß. Anschließend stand eine Weinprobe in tollem Ambiente auf dem Programm, was natürlich großen Spaß gemacht hat. Der Winzer war glücklich, denn abschließend konnte er einige seiner guten Weine verkaufen.

Weiter ging es nach Oingt, einem malerischen Dorf aus dem 15. Jahrhundert. Nicht nur, dass das Dorf eingebettet in einer faszinierenden Landschaft lag, auch der Spaziergang entlang der Kirche und den vielen kleinen, geschichtsträchtigen Häusern war sehr aufschlussreich. Örtliche Spezialitäten wurden in den kleinen Geschäften angeboten, die Menschen waren sehr aufgeschlossen und freundlich. Oingt habe ich wirklich als ein schönes Ausflugsziel empfunden. Ich mag es, wenn man den Eindruck hat, dass ein bisschen die Zeit stehengeblieben ist – ganz im positiven Sinne. Und es gab einfach so viele schöne Fotomotive. Von dort aus ging es mit dem Bus wieder zum Schiff, das in Trévoux die Passagiere wieder in Empfang nahm.

Wunderschönes Oingt.

Lavendel-Museum und Lavendel-Felder

Nächster Stopp der Reise war Viviers, das die Bijou du Rhone am nächsten Tag mittags erreichte. Dort ging es auf einen Ausflug in die Ardèche. Diese Region Frankreichs ist für ihre vielen Schluchten berühmt, die sensationelle Ausblicke in die Natur bieten.

Erster Stopp war aber zunächst ein Lavendel-Museum, das ich so in dieser Form noch nie gesehen hatte. Auch wenn die riesigen Felder schon abgeblüht waren und vom kräftigen Violett der Blüten nichts mehr zu sehen war, war es sehr eindrucksvoll, allein die Größe der Felder zu sehen.

Im Museum wurde gezeigt, was man mit Lavendel alles machen kann. Da gibt es nämlich sehr viel mehr als die kleinen Lavendel -Säckchen, die man für den guten Geruch in den Kleiderschrank legt. Allzu lange habe ich es im Inneren des Museums nicht ausgehalten, die Intensität des Duftes war schon gewaltig.

Wow-Momente beim Blick in die Ardèche-Schlucht

Bei der Weiterfahrt waren es die landschaftlichen Highlights, die begeisterten. Die Ardèche-Schlucht ist wunderschön und ein Muss beim Besuch dieser Region. Unser Bus hielt an verschiedenen Stellen, die besonders eine gute Sicht in die Schlucht zuließen, unter anderem auch an der berühmten Pont d’Arc

Die Camargue: Landschaftlich einzigartig

Die Camargue – einzigartig und auf jeden Fall einen Besuch wert! Am nächsten Tag legten wir mit dem Schiff in Arles an und waren voller Vorfreude auf den Ausflug, den wir gebucht hatten. Hunderte verschiedene Vogelarten nutzen die Camargue zum Rasten und Brüten. Aber auch die Landschaft ist abwechslungsreich. Es wird sehr viel Reis angebaut, aber die Region ist auch für ihre Camargue-Pferde und Stiere bekannt.

Einfach tierisch gut

Es war der Ausflug, auf den ich mich am meisten gefreut habe: Ziel war eine typische Stierfarm. Die Begrüßung war standesgemäß: die Gardians (Stierhüter) kamen auf ihren Camargue-Pferden daher und begleiteten uns während der gesamten Tour. Auf der Stierfarm ist man mit einem Leiterwagen unterwegs. Und schon tauchten am Horizont die ersten schwarzen Stiere auf, was für ein toller Augenblick! Je weiter wir fuhren, umso mehr Stiere wurden es. Die Gardians hatten eine kleine Präsentation vorbereitet und zeigten uns, wie sie ganz einfach Tiere aus der Herde separieren können. Alles ganz ruhig und ohne Aufregung. Die Tiere werden verehrt und gut behandelt.

Flamingos und eine Stippvisite am Mittelmeer

Nach dem Besuch auf der Stierfarm landeten wir dann tatsächlich am Mittelmeer. Und das auf einer Flusskreuzfahrt. Unser Ziel war Saintes Maries de la Mer. Auch die kurze Fahrt dorthin war ein Genuss Punkt die Region ist bekannt für ihre Vogelvielfalt. Allein 400 verschiedene Vogelarten leben in der Camargue. Darunter auch die Rosaflamingos. Die zu sehen, war mein persönliches Ziel des Tages, wenn nicht sogar der gesamten Reise. Viele hatten im Vorfeld berichtet, dass man nicht sehr nah an die Flamingos herankommt, aber wie das so ist, wenn Engel reisen… 😉 Wir haben tatsächlich ein Paar der Prachtexemplare gesehen und auch vor die Linse bekommen. Ich spüre mein Grinsen im Gesicht noch heute.

Ein Rosaflamingo! Foto: Philipp Muszak/Flusskreuzfahrt Entdecker

Die Bijou du Rhone legte abends mit dem Ziel Avignon ab und kam dort am selben Abend noch an. Eindrucksvoll war die Pont Saint-Bénézet in Gelb und Blau illuminiert – ein sichtbares Zeichen aus Solidarität mit der Ukraine.

Auf zur berühmten Pont du Gard

Am nächsten Tag stand der Besuch der historischen Brücke Pont du Gard auf dem Programm. Auch so ein Ziel, was schon lange auf meiner Bucket-List steht. Endlich ist es soweit. Die Römer haben seinerzeit die Brücke gebaut, um lebenswichtiges Wasser zu transportieren. Im Mittelalter wurde die 275 Meter lange Brücke zu einem klassischen Verkehrsweg, heute zieht die Pont du Gard viele Touristen an, die sich auf den Spuren der Vergangenheit bewegen möchten. Das komplette Areal ist als Touristenzentrum aufgebaut. Besucher aus aller Welt können zum Beispiel einen Film über die Geschichte der Brücke ansehen, bevor sie sich dann auf den Weg machen, um das historische Monument anzuschauen. Wir hatten einfach perfektes Wetter, der strahlend blaue Himmel stand der Brücke ziemlich gut. Es wirkte zudem so malerisch, wie die Kanus lautlos auf dem Fluss unter der Brücke herglitten.

Die berühmte Pont du Gard

Während die Ausflugsgruppe sechs Stunden unterwegs war, hatte sich das Schiff schon wieder auf den Weg gemacht, um uns in Châteauneuf-du-Pape einzusammeln. Die letzte Etappe der Reise führte uns wieder zurück nach Lyon. Dort ging es aber nicht direkt am nächsten Tag von Bord, sondern wir blieben wir noch eine weitere Nacht und hatten die Möglichkeit, die Stadt weiter zu erkunden. Auf der Fahrt zurück nach Lyon fand die Abschiedsgala statt. Dies ist meist ein sehr feierlicher Moment, so auch auf der  Bijou du Rhone, wenn sich die Crew den Passagieren präsentiert.

Super leckeres Essen

An diesem Abend war das Essen wieder so gut wie an den anderen Abenden auch. Wirklich lecker! Was ich während der Reise als ungünstig empfunden habe, waren die festen Tischzeiten. Wir hatten zwar das Glück, dass die Ausflüge generell am Vormittag oder in der Mittagszeit starteten, deswegen waren wir aber auch erst wieder später zurück an Bord. Da blieb wenig Zeit, noch mal gemütlich einen Drink zu nehmen, weil man sich eigentlich schon wieder fürs Abendessen fertig machen musste. Die Qualität der Speisen war allerdings bei allen Mahlzeiten sehr gut, die Passagiere haben zwischen verschiedenen Gerichten und mehreren Gängen die Wahl. Mittags wurde zudem als Alternative zum Menü ein Light Lunch in Buffetform angeboten, morgens gab es generell ein Buffet.

Danke an die tolle Crew

Die Crew hat während der Reise ihr Bestes gegeben, war sehr zuvorkommend und immer darum bemüht, dass es dem Gast gut geht.
Als sehr schön habe ich es empfunden, dass Passagiere aus so vielen verschiedenen Ländern an Bord waren. So konnte man sich hier und dort mal ganz gut austauschen und neue Kontakte knüpfen.

Bei der Bijou du Rhone handelt es sich um ein Schiff der Mittelklasse, und ich muss sagen, ich habe mich wirklich wohlgefühlt. Die Lounge ist vom Mobiliar und der Gemütlichkeit her sehr ansprechend gestaltet, es gibt eine kleine Bibliothek, im Bereich der Lobby aber auch eine Ecke, wo man sich zurückziehen kann, wenn man vielleicht Gesellschaftsspiele oder Karten spielen möchte. Wie gesagt: Das Schiff ist nicht supermodern, aber wirklich so ausgestattet, dass man darauf einen tollen Urlaub verbringen kann. Dazu kommt eine Route, die fantastisch ist.

Hier geht es zur Website von NICKO CRUISES

Instagram-Highlights

Die komplette Reise findet ihr auch in meinen Instagram-Highlights
BIJOU DU RHONE

Mit UNIWORLD in die Welt der Luxuskreuzfahrten eintauchen

Sie alle bestechen durch ein einzigartiges Design, stehen für unaufdringlichen Luxus und machen das Reisen auf den Flüssen dieser Welt zu einem unbeschwerten Genuss. Flusskreuzfahrtschiffe von UNIWORLD sind auch im deutschsprachigen Raum unterwegs, und bei einer Premierenveranstaltung in Paris hatten 90 Expedientinnen und Expedienten sowie einige wenige Vertreter der Presse die Möglichkeit, zu erleben, wie sich Urlaub auf einem UNIWORLD-Schiff anfühlen kann. Extra aus Los Angeles angereist war Ellen Bettridge, CEO und Präsidentin von UNIWORLD.

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Eine traumhaft schöne
Weihnachtstour mit
A-ROSA Viva

A-ROSA Viva

Der Gedanke an die Weihnachtsfeiertage und dem damit meist hausgemachten Stress im Vorfeld schmeckt längst nicht so gut wie der Festtagsbraten, der dann tatsächlich auf dem Teller landet. Warum nicht mal vom Weg der Weihnachtshetzerei abweichen und sich mal richtig verwöhnen lassen?

A-ROSA Viva


Eine Flusskreuzfahrt soll die Lösung sein, und die gibt es kurzfristig sogar zum Knallerpreis, denn A-ROSA möchte die Schiffe der Flotte auch in der kalten Jahreszeit so gut es geht auslasten. Die Reederei lockt uns auf die Seine.

Warum ist kein Schiff in Sicht?

Start der Flusskreuzfahrt ist Paris, von dort geht es bis Rouen und Mantes-la-Jolie – und wieder zurück in die Stadt der Liebe. Der Flieger startet in Düsseldorf. Alles läuft planmäßig, pünktlich landet die Air-France-Maschine am Airport Charles de Gaulle. Nach zwei Stunden Wartezeit geht es weiter Richtung A-ROSA Viva. Am ursprünglichen Liegeplatz St. Denis wehen nur die Fahnen der Reederei am Seine-Ufer, kein Schiff in Sicht. Der Busfahrer sammelt dort die Passagiere ein, die mit dem Auto angereist sind. Die Viva selbst liegt auf Grund des Hochwassers bei dieser Reise in Le Pecq – über 40 Kilometer weit entfernt von Paris. 

Zur Begrüßung gibt es eine Rose

Die Begrüßung auf dem Schiff fällt sehr herzlich aus. Den Frauen zaubert eine rote Rose ein Lächeln ins Gesicht – dieses Gastgeschenk ist eine wunderbare Geste. Die Vase steht in der Kabine auch schon bereit. Wir haben zwei gegenüberliegende Kabinen auf Deck 1 gebucht und können auf Grund der Jahreszeit auf eine Kabine mit französischem Balkon auf dem Oberdeck verzichten. Zwei große Bullaugen auf Wasserhöhe bringen interessante Begegnungen: Auge in Auge mit einer Ente oder einem Schwan, das gibt es nicht oft.

A-ROSA Viva Heck

Auf der Reise mit A-ROSA sollen sich die Passagiere wohlfühlen. Das gelingt sofort, denn die Crew ist herzlich, das Ambiente auf dem Schiff sehr ansprechend. Irgendwas in der Mitte zwischen gemütlich und modern. Das Premium All Inclusive-Paket lässt keine Wünsche offen, das einzige Getränk, das wir auf der Reise aber extra bezahlen müssen, ist ein Glühwein. Warum auch immer. Es hat seinen Reiz, mit Winterjacke, Mütze und Schal und gewärmt von einer Wolldecke an Deck zu sitzen, während die Landschaft an einem vorbeizieht. Der bunte Cocktail bringt gut schmeckende Farbtupfer ins Spiel, denn schöne Farben bietet die Natur zu dieser Jahreszeit nicht.

Es wird knapp unter den Brücken

Dafür aber wird es immer mal wieder recht spannend, denn auf Grund des hohen Wasserstandes gibt es unter den Brücken nicht viel Platz nach oben. Vor jeder Brücke ertönt ein lautes Warnsignal – das Zeichen für die Passagiere, aufzupassen und bei der einen oder anderen Durchfahrt auch mal den Kopf einzuziehen. Was für die Passagiere aufregend daherkommt, bereitet der Crew rund um ihren Kapitän durchaus Bauchschmerzen. Einmal stoppt das Schiff für 30 Minuten unplanmäßig auf dem Fluss, weil es unter der nächsten Brücke nicht her passt. Erst, als sich der Wasserstand absenkt, geht es weiter.

Den Frauen zaubert eine Rose ein Lächeln ins Gesicht.

Carmen

Bezaubernde Weihnachtsdeko in Rouen

Das erste Ziel der Tour ist die Hafenstadt Rouen. Ein wunderbares Lichtermeer erwartet die knapp 140 Gäste. Die meisten machen sich auf eigene Faust auf in die Stadt, staunen angesichts der bezaubernden Weihnachtsdekorationen in den Schaufenstern und dem adventlichen Ambiente in der Innenstadt, der den Weg zur gotischen Kathedrale Notre Dame de L‘ Assomption säumt. 2000 Fachwerkhäuser unterstreichen weiterhin den Charme der Hauptstadt der Normandie.

Der Kreuzfahrer freut sich über eine gute Küche

Zurück an Bord steht wie bei jeder Kreuzfahrt das Essen im Fokus. Des Weiteren merkt man auf dem Flussschiff einfach, dass diese Köche nicht wie auf Hochseeschiffen für Kreuzfahrtmassen kochen, sondern für maximal 200 Passagiere, wenn das Schiff ausgebucht ist. Es fehlt an nichts: Das Buffet ist klein, aber fein. Austern & Champagner sind kostenpflichtige Extras, wenn einem nach dieser kulinarischen Portion Luxus ist.

Zu Weihnachten darf es ein bisschen mehr sein

Auf dem Weg zurück nach Paris hält das Flusskreuzfahrtschiff in Mantes-la-Jolie, ebenfalls ein schönes Städtchen, in dem die Viva erneut so zentral liegt, dass es nicht nötig ist, einen Ausflug zu buchen. Hier bildet die mittelalterliche Stiftskirche Collegiale Notre-Dame den Mittelpunkt der 44.000 Einwohner zählenden Kleinstadt. Das Bummeln bereitet Freude, an allen Ecken locken Spezialitäten der französischen Küche. An den Schaufenstern stehen die Leute Schlange, um einen Blick auf die kunstvollen Pasteten zu erhaschen. Es ist Weihnachtszeit, da darf es ruhig ein bisschen mehr sein. Uns ziehen die süßen, bunten Macarons an. Das berühmte französische Baiser sollte der Frankreich-Gast zumindest einmal probiert haben

140 Kreuzfahrer aus acht Nationen

Das Bordprogramm der Reise ist überwiegend weihnachtlich angehaucht. Übrigens kommen die 140 Kreuzfahrer erstaunlicherweise aus acht Nationen. Das hatte niemand so erwartet, aber die Vielfalt macht es wunderbar multikulturell. Die Kinder der Passagiere an Bord backen zusammen mit der Crew Plätzchen und verteilen sie auf dem Schiff. Eine Verlosung lockt ebenfalls in die Lounge, genau wie die Gastkünstlerin Marion Wilmer, deren Auftritt zu den Highlights der Reise zählt.

Hochwasser und Streik: Noch mehr Arbeit für die Crew

Die Crew hat es bei dieser Reise nicht leicht, denn neben dem Hochwasser hat sie zudem mit dem Streik in Frankreich zu kämpfen. Dieser Streik gegen die Rentenpläne hat Busse, Bahnen und den Flugverkehr weitgehend lahmgelegt. Das bedeutet auch, dass die Metro in Paris nicht fährt. Was wiederum den Passagieren kaum eine Wahl hinsichtlich der Besichtigung der französischen Hauptstadt lässt. Auf eigene Faust ist es schwierig, wenn nicht sogar unmöglich. Zu weit außerhalb liegt die Viva.

Festival des Lichts in Paris

A-ROSA kann Busse für drei Ausflüge chartern: Eine Stadtrundfahrt am Vormittag, den Besuch des Künstlerviertels Montmartre am Nachmittag und die Lichterfahrt am Abend. Wir entscheiden uns für zwei dieser Touren und bereuen es nicht. Am frühen Morgen wacht Paris gerade auf und zeigt sich still und noch ohne Menschenmassen. Abends dann der komplette Gegensatz: Die Fahrt durch Paris gleicht einem Festival des Lichts. Touristen haben die Stadt erobert, feiernd und mit Selfiesticks unterwegs. 400 Bäume an der Prachtstraße Champs-Elysees sind auf einer Länge von 2,5 Kilometern voller roter Lichterketten. Mehrere Monate hat es gedauert, um dieses Lichtkunstwerk zu installieren.

Lichtershow am Eiffelturm

Der Eiffelturm zieht die Gäste vollends in seinen Bann: Die zu jeder vollen Stunde stattfindende Lichtershow mit 20.000 Lämpchen hat etwas Zauberhaftes und etwas Irreales, und sie erreicht den Besucher auch emotional. Dabei wird der gesamte Stahlkoloss in ein fünfminütiges Feuerwerk aus funkelnden und blitzenden Lichtern gehüllt. Ein schöner Abschluss in der Stadt der Liebe, ehe es am nächsten Tag wieder in die Heimat geht.

Besondere Reise mit ungeahnten Einschränkungen

Viele Flüge werden am Abreisetag annulliert, unserer glücklicherweise nicht. Der Flieger startet erst am Nachmittag, aber da A-ROSA auf Grund des Streiks nur einen Transferbus zur Verfügung hat, geht es für alle früh morgens von Bord, damit jeder Gast pünktlich zum Flughafen kommt. Im Gepäck sind viele schöne Erinnerungen an eine besondere Reise mit ungeahnten Einschränkungen. Dennoch hat die Crew ihr Lächeln nie verloren und die großen Herausforderungen im Rahmen ihrer Möglichkeiten gemeistert. Eine Winterkreuzfahrt in der Vorweihnachtszeit – gerne wieder. Hier geht es zur Website von A-ROSA