Immer mehr Neubauten erobern die Weltmeere, aber dass die Schiffe für Kreuzfahrtliebhaber nicht immer größer werden müssen, sondern durchaus auch kleinere Schiffe ihren besonderen Reiz haben, zeigt auch die World Voyager von Nicko Cruises. In Malta startete eine besondere Reise, die vor allem eines zeigte: Auch bei den Destinationen gewinnen kleine Ortschaften gegen große Metropolen. Sie überzeugen durch Charme und mögliche Wanderungen in atemberaubender Natur sowie durch kleine Straßencafés neben dem Souvenirladen, in dem die Verkäufer ihre Kühlschrankmagneten anpreisen. Das scheinbare Lieblingswort der deutschen Urlauber kennen alle, und ja: Auch am heimischen Kühlschrank hängen zwei neue Exemplare, die an die Ziele und die Menschen erinnern, die einem ein Lächeln ins Gesicht zauberten.

Fangen wir vorne an: Die Route ist attraktiv, führt von Malta nach Sizilien, von dort aus nach Amalfi, Civitavecchia, Livorno, Portofino, Cannes und bis nach Nizza. Italien und Frankreich. In Italien werden immer noch keine individuellen Landgänge erlaubt, in Frankreich aber schon.  Die Anreise verläuft unproblematisch, und der Gang auf Schiff verrät: Es wird eine besondere Tour. 202 Passagiere können mit der World Voyager in See stechen, wir sind tatsächlich nur 134. Das Expeditionsschiff und seine rund 100 Crewmitglieder erobern mein Herz im Sturm, hier wird alles dafür getan, dass sich die Gäste wohl fühlen. Zum ersten Mal in meinem Kreuzfahrt-Leben beziehe ich eine Infinity-Kabine. Auf Knopfdruck öffnet sich die obere Hälfte des Fensters, das sich über die komplette Seite zieht, und man ist irgendwie so nah dran am Geschehen im Wasser, am Rauschen der Wellen und am Farbspiel des Himmels.

Ist es auf den großen Schiffen so, dass man zwei Meter hohe Wellen kaum merkt, gerät die Voyager ordentlich in Bewegung. Ein wenig seefest zu sein, kann nicht schaden. Man spürt das Schiff, mir persönlich gefällt es.
Naxos auf Sizilien ist am zweiten Tag die erste Destination. Hier wartet der Ausflug zum Ätna. Mit 169 Euro pro Person nicht ganz günstig, aber es lohnt sich. Wer stand denn schonmal kniehoch auf dem Vulkan im Schnee? Auch für die Gästeführer war es ein besonderes Erlebnis, diese Schneemengen zu erleben. Die Kreuzfahrtgäste lernten dazu, dass auch eine warme Jacke ins Gepäck gehört, auch wenn es in sommerliche Gefilde geht. Neun Gäste sind wir in der Gruppe, erst geht es mit dem Bus bis zum Silvestri Krater, dann steigen wir um in die Seilbahn, und fast bis zum Kraterrand geht es mit einem geländefähigen Fahrzeug. Die Emotionen sind groß, denn die Natur ist gewaltig.

Faszinierende Vulkanlandschaft auf dem Ätna auf Sizilien

Eine Tour der Gegensätze

Es ist überhaupt eine Tour der Gegensätze, das wird uns auf der Reise klar. In Amalfi liegt der Geruch von Zitronen in der Luft, und es ist einer dieser Ausflüge, die jeder Tourist schon mal mitgemacht hat: Man schaut sich eine Stadt an, taucht ein in die Historie und stoppt am Ende, um heimische Spezialitäten zu probieren: Vier Liköre und fünf Plätzchen später sieht die Welt doch ein bisschen rosa aus, und das Fazit ist durchweg positiv. Und wenn man dann noch einen Fremdenführer hat, der einige Jahre in Deutschland Fußballprofi war, das ist schon ein wenig skurril. Genauso malerisch wie Amalfi ist der Ort Portofino, der die Besucher verzaubert. Während ein Teil der Gäste eine Wanderung unternimmt, schaut sich eine andere Gruppe die Stadt an. Die bunten Fassaden der Häuser direkt am Meer hat man schon auf vielen Postkarten gesehen. Die teuren Jachten und Segelschiffe, die gemächlich in den Hafen gleiten, lassen vermuten, dass auch die High Society den malerischen Ort liebt.

Das Schiff fast für mich ganz alleine

Zwischen Amalfi und Portofino gab es für die Passagiere von Civitavecchia aus die Möglichkeit, Rom zu besuchen. Verschiedene Touren sind möglich, fast alle Gäste sind unterwegs. Da die Reise keinen Seetag hat, entscheide ich mich, an Bord zu bleiben. Ein ausgiebiger Foto-Rundgang auf dem Schiff und nette Gespräche mit der Crew waren das eine, Pool, Whirlpools und Außendecks fast allein zu genießen und den Blick aufs Meer zu genießen, das andere. Sehr schön ist es, dass man sowohl am Bug als auch am Heck viele gemütliche Plätze mit richtig gemütlichen Möbeln findet, um sich dort bequem zu machen.

Mit der Bimmelbahn durch Cannes

In Cannes/Frankreich können die Passagiere individuell von Bord. Ein neues Gefühl der Freiheit, das in Coronazeiten lange undenkbar war. Wir nehmen die Bimmelbahn, um Cannes zu erkunden. 12 Euro kostet der Spaß. Man bekommt einen guten Überblick, taucht ein Stückchen ein in die Stadt, die durch die Filmfestspiele ihre Berühmtheit erlangen hat. Hoch oben über der Stadt steigen wir an der Kathedrale aus, um zu Fuß durch die schönen Gassen wieder Richtung Hafen zu laufen. Zurück an Bord meldet sich der hungrige Magen, obwohl ein Crepes an Land nicht fehlen durfte. Für das französische Lebensgefühl und so 😉

Kreuzfahrtliebe geht auch durch den Magen

Gut essen, das will der Kreuzfahrer. Wir auch! Das funktionierte an Bord der World Voyager vorzüglich. Morgens wurde im Restaurant ein Buffet angeboten, das Angebot ließ keine Wünsche offen. Frisches Obst, Deftiges, Süßes, Eierspeisen, die direkt am Tisch serviert wurden, oder auch ein Glas Sekt – alles das sorgte für den perfekten Start in den Tag. Mittags konnte man sich entweder in mehreren Gängen bedienen lassen oder auch das „Lido“ auf dem Pooldeck besuchen. Dort gab es mittags immer einen Light-Lunch oder aber man wählte aus der Karte. Hamburger, Pizza und viele andere Snacks stehen hier zur Wahl. Abends wurde ein abwechslungsreiches Menü angeboten, bei dem man aber dennoch auswählen konnte. Und so war es ein Leichtes, auf der einwöchigen Tour ein, zwei Kilo zuzunehmen. Ich bin stolz, habe ich nämlich nicht 🙂

Danke an eine außergewöhnliche Crew

Herzlich und äußerst zuvorkommend, so habe ich die Crew der World Voyager kennengelernt. Es sind einige Kontakte entstanden, so folgt man sich jetzt auf Instagram. Ich habe so im Blick, was auf der schönen Voyager so los ist und vor allem, wo sie gerade unterwegs ist. Das ist schön, denn diese Reise wird lange lebendig sein. Und ich war nicht das letzte Mal auf der World Voyager, das ist sicher.

Und am Ende ist der Abschied schwer

FAZIT: Große Schiffe bieten Abwechslung, immer ist irgendwo etwas los. Auf der World Voyager ist dies anders. Hier ist das kleine Schiff der Star. Es ist familiär, aber eher selten in Partylaune wie eine Großfamilie. Entspannung und Entschleunigung werden groß geschrieben, Komfort und besonderer Service unterstreichen die Exklusivität. Wer spannende Destinationen erreichen möchte, um die Welt kennen zu lernen, aber sich nach dem Landgang nach gutem Essen und gechillter Atmosphäre an Bord sehnt, der ist auf der World Voyager richtig. Ein weiterer Pluspunkt sind die Zodiac-Boote, die – wenn es die Behörden erlauben – zu Wasser gelassen werden. Direkt vom Schiff in die Zodiacs, und dann geht die wilde Fahrt los. Wir kamen in Cannes und in Portofino in den Genuss der Zodiac-Fahrten. Übrigens wird nur so schnell gefahren, dass alle damit glücklich sind und es für alle ein ganz besonderes Erlebnis wird.
Weitere Bilder von der World Voyager findet ihr hier.