Unterwegs zwischen Kubushäusern und Grachten: Mit der Lady Diletta auf Holland-Kurs

Mit der Lady Diletta geht es auf Flusskreuzfahrt, endlich lerne ich das charmante Schiff der PLANTOURS-Flotte mit dem Baujahr 2019 kennen. Von Düsseldorf geht es nach Amsterdam, Rotterdam und Nijmegen – eine Route, die ich bereits mehrere Male gefahren bin, weil diese Tour einfach richtig Spaß macht. Städte-Hopping in den Niederlanden – auf dem Wasserweg sehr komfortabel und bequem, denn die Flusskreuzfahrtschiffe liegen quasi überall mitten in der Stadt. Und die Lady Diletta ist ein Schiff, auf dem man sich durchaus richtig wohl fühlen kann.

Eine Flusskreuzfahrt von Düsseldorf über den Rhein in die Niederlande ist besonders abwechslungsreich: viel Natur, kurze Wege, eine entspannte Fahrt und spannende Städte. Während die Lady Diletta flussabwärts gleitet, weitet sich die Landschaft, und bald macht sich das typisch niederländische Flair bemerkbar. Ich habe an Bord die Kabine 212 bezogen, eine Zweibettkabine mit französischem Balkon auf dem Rialto Deck und fühle mich dort direkt wohl. Das Panoramafenster bietet besten Blick auf das Wasser und die vorbeiziehende Landschaft. Das bedeutet echte Entschleunigung. Die 16 Quadratmeter groß Kabine ist schick, modern und vor allem auch sehr gemütlich. Auch das Bad ist hübsch und durch eine Schiebetür vom Rest der Kabine getrennt. Was mir in der Kabine fehlt, ist eine Kaffeemaschine, denn auch wenn es in der Lounge einen Kaffeeautomaten gibt, der rund um die Uhr zugänglich ist – morgens wach zu werden, eben auf den Knopf drücken und im Bett den ersten Kaffee zu trinken, das ist mir heilig.

Viele Flusskreuzfahrtschiffe in Amsterdam

Von Düsseldorf geht es also zuerst nach Amsterdam, wo wir in den frühen Morgenstunden ankommen und mit unserer Lady Diletta direkt ins „Päckchen“ gehen, das heißt, aufgrund der Vielzahl der Flusskreuzfahrtschiffe haben wir keinen eigenen Platz an der Pier, sondern docken quasi an einem anderen Schiff an. Amsterdam empfängt seine Besucher mit einem der schönsten Stadtbilder Europas. Der historische Grachtengürtel, der zum UNESCO-Welterbe gehört, prägt das Gesicht der Stadt und lädt dazu ein, Amsterdam vom Wasser aus oder bei einem Spaziergang entlang der Kanäle zu entdecken. Weltberühmte Museen wie das Rijksmuseum und das Van-Gogh-Museum machen die Stadt zu einem kulturellen Höhepunkt der Reise, während das Anne-Frank-Haus eindrucksvoll an die Geschichte des 20. Jahrhunderts erinnert. In Amsterdam gibt es also viel zu erleben, aber es ist auch faszinierend, einfach durch die Stadt zu laufen und die besondere Atmosphäre aufzusaugen. Kleine Galerien und Cafés laden zum Besuch ein, aber wichtig ist es, beim Bummeln sehr aufmerksam zu sein, denn der Fahrradverkehr ist allgegenwärtig. Wer einen kompletten Überblick bekommen möchte, kann sich zudem mit einem Hop-on-Hop-off-Bus auf den Weg machen, oft sind die Tickets mit Bootstouren kombinierbar. 

WILLKOMMEN in Amsterdam

Rotterdam: Kühne Architektur und spektakuläre Kubushäuser

Ein starker Kontrast dazu ist Rotterdam, das nach seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg zu einer der modernsten Städte Europas geworden ist. Kühne Architektur prägt das Stadtbild: die markanten Kubushäuser, die elegante Erasmusbrücke und die imposante Markthalle stehen sinnbildlich für den Mut zu neuen Formen. Als einer der größten Häfen der Welt ist Rotterdam zudem stark maritim geprägt; eine Hafenrundfahrt eröffnet faszinierende Einblicke in das geschäftige Treiben zwischen Containerriesen und Werften. Dieser Tag ist für mich der schönste der Kurztour mit der Lady Diletta, denn mit uns im Hafen liegt auch das Hochseeschiff von Plantours, die MS Hamburg. Ich frage unseren Kreuzfahrtdirektor, ob ich eventuell für eine Schiffbesichtigung rüber kann, und das funktioniert tatsächlich. Die MS Hamburg liegt auf der anderen Seite der Erasmusbrücke, zusammen mit unserem Kreuzfahrtdirektor mache ich mich auf den Weg.

Im Wassertaxi zurück zu unserem Schiff

Nach der Stippvisite auf dem kleinen Hochseeschiff, das Platz für maximal 400 Passagiere bietet, nehmen wir das Wassertaxi zurück zu unserer Lady. Ich entschließe mich, nach dem Mittagessen zu den Kubushäusern zu gehen und in der kunstvollen Markthalle gemütlich einen Kaffee zu trinken. In den Abendstunden verlassen wir Rotterdam Richtung Nijmegen, aber vorher wartet noch eine Überraschung auf die Passagiere: eine Lichterfahrt durch Rotterdam. Fast alle Gäste ziehen sich warme Jacken an und genießen die Fahrt durch die Stadt. Besonders faszinierend sind die beleuchtete Erasmusbrücke und die Willemsbrug.

Charmante Altstadt in Nijmegen

Mit Nijmegen zeigt die Reise schließlich eine ruhigere, traditionsreiche Seite der Niederlande. Als älteste Stadt des Landes blickt Nijmegen auf römische Ursprünge zurück, die bis heute spürbar sind. Die charmante Altstadt mit dem Grote Markt, kleine Geschäfte und Cafés sowie der grüne Valkhof-Park mit Blick auf die Waal laden zum Verweilen ein. Ich gehe ein wenig shoppen, das kann man in Nijmegen sehr und genieße die entspannte Atmosphäre in der Innenstadt.

Wohlfühlen in der Tintoretto-Lounge

An Bord der Lady Diletta kann man sich sehr wohl fühlen. Das Schiff bietet Platz für 173 Passagiere, die sich in komfortablen Ein- und Zweibettkabinen sowie Junior Suiten wohlfühlen können. Die Suiten haben sogar einen eigenen Balkon. In der Tintoretto Lounge und Panorama-Bar haben die Gäste einen großartigen Rundumblick. An Bord gibt es zwei Restaurants, im Haupt-Restaurant Tiepolo haben die Passagiere während der Reise einen festen Platz, wo sie mit mehreren Gängen verwöhnt werden. Das Frühstück wird in Buffet-Form angeboten, mittags wird zudem ein Light-Lunch in der Lounge angeboten – für die Gäste, die mittags auf ein mehrgängiges Menü verzichten möchten.

ABBA-Coverband und Shanty Chor

Auf der viertägigen Tour gab es eine ABBA-Coverband, die an zwei Abenden für Stimmung sorgte. Zudem kam ein Shanty-Chor an Bord, beides kam super an. Dass Gastkünstler neben dem eigenen Bordmusiker auf Flusskreuzfahrten auftreten, ist nicht selbstverständlich. Umso größer ist die Freude, dass Plantours dies regelmäßig so handhabt, um die Gäste zu unterhalten. Aber das sollte generell das Konzept aller Reedereien, um langfristig auch jüngere Menschen für Flusskreuzfahrten zu begeistern.

Ein Besuch bei Kapitän Ulli Schwalbe im Führerhaus von A-ROSA SENA

Seine Leidenschaft gilt der See, beziehungsweise dem Fluss. Ulli Schwalbe ist Kapitän an Bord von A-ROSA SENA und kennt es, viele Wochen, früher auch mal Monate, am Stück unterwegs zu sein. Dieses Jahr Weihnachten ist er zu Hause bei seiner Familie, aber es gab natürlich auch schon viele Feiertage, die er an Bord weit weg von zu Hause verbracht hat. Der gebürtige Sachse hat mir seinen Arbeitsplatz gezeigt und ein bisschen was über seine Person und das Leben an Bord erzählt. Zum Beispiel, dass Weihnachten an Bord gar nicht so schlimm ist, wenn das Verhältnis unter den Crewmitgliedern gut ist und man quasi eine kleine Ersatzfamilie hat.

Ulli Schwalbe wurde 1982 geboren und ist seit 1999 in der Schifffahrt tätig. Gestartet ist er bei einer norddeutschen Reederei in der Fracht- und Tankschifffahrt, wo er 14 Jahre blieb und sich immer weiterbildete. Dann wechselte er zu einer belgischen Reederei, ehe er im Jahr 2014 bei A-ROSA seinen Dienst begann. Nach dem Wechsel zur Passagier-Schifffahrt hat er A-ROSA die Treue gehalten.

Stark in die Planung des E-Motion-Schiffes involviert gewesen

Ein besonderer Augenblick als Kapitän ist die Indienststellung eines Schiffes. So hat er vor über zehn Jahren bereits ein Tankschiff in den Dienst gestellt, und jetzt war es in diesem Jahr der jüngste Spross von A-ROSA – die SENA. „Schon in der Werft war ich sieben Monate dabei“, so Ulli Schwalbe über die besondere Phase. Dass er das Schiff in Dienst stellen würde, habe sich im Laufe der Zeit so ergeben, denn das Projekt E-Motion-Ship sei schon acht Jahre in der Planung gewesen und er stark involviert gewesen, so Ulli Schwalbe.

„Das Schiff ist ja schon ein Prototyp, das kann man mit nichts vergleichen. Dann kommt die Größe natürlich noch dazu“, so der Kapitän. Durch Corona gab es auch noch mal zeitliche Verzögerungen. Der A-ROSA Sena-Kapitän war bei der Planung in den Bereichen Nautik und Sicherheit involviert. Die Taufe der SENA wurde im Juni 2022 gefeiert. Das E-Motion Ship ist mit einem hybriden Antrieb mit E-Motor und Batteriespeicher, die Emissionen signifikant reduzieren, ausgestattet. Während der Fahrt wird der Dieselverbrauch weitest möglich gesenkt und überschüssige Energie gespeichert.

„Never change a winning team“

Heute sieht es so aus, dass Ulli Schwalbe drei Wochen an Bord ist und danach von seinem Wechselkapitän abgelöst wird. Der Dienstplan für das Jahr ist fest, und Ulli Schwalbe ist für A-ROSA SENA eingeplant. „Es kann natürlich immer mal sein, dass man mal irgendwo aushelfen muss“, sagt er. Zuvor navigierte er sechs Jahre lang A-ROSA BRAVA, davor zwei Jahre A-ROSA AQUA. Im Unternehmen sei man relativ konstant, so Ulli Schwalbe. „Man sagt ja so schön: ‚Never change a winning team‘ und meine persönliche Meinung ist es, dass so ein Schiff schon eine Stammbesatzung haben sollte, die da auch Bock draufhat. Ansonsten ist es ja wie ein Bus, den jeder mal benutzt. Ich finde, es tut einem Schiff schon gut, wenn Leute langjährig drauf sind!“

80 Crewmitglieder aus 15 Nationen

Jedes zweite Jahr ist Ulli Schwalbe an den Weihnachtsfeiertagen an Bord, dieses Jahr verbringt er die Zeit zu Hause mit seinen Lieben. Dazu gehört auch sein Kater. Aber er persönlich findet es auch nicht schlimm, im nächsten Jahr wieder an Bord zu bleiben. „Wir gestalten das schon ganz schön“, sagt er. So gehören eine Weihnachtsfeier oder auch mal das Wichteln dazu. Zudem gibt es immer etwas Spezielles zum Essen für die Crew. Da werde sich schon große Mühe gegeben, um es für alle sehr angenehm zu gestalten. „Man versucht schon, es sich ein bisschen gemütlich zu machen, aber Arbeit ist es trotzdem“, so Schwalbe. Aktuell kommen die 80 Crewmitglieder an Bord der SENA aus 15 Nationen. „Gerade Weihnachten und Silvester sind für uns natürlich die stressigsten Reisen. Die Passagiere erwarten da auch was und wir wollen natürlich auch ein bisschen was bieten!“

Hier geht es zur Website von A-ROSA Kreuzfahrten.

Mit der MS Treasures ab
nach HOLLAND

MS Treasures

Da liegt sie, die MS Treasures von Viva Cruises. Am Abend wird sie ab Düsseldorf eine Vier-Tages-Reise starten, mit 84 Gästen an Bord. Die normale Belegung sind 104 Passagiere, in Zeiten von Corona wird mit geringerer Auslastung gefahren. Der Empfang ist herzlich, die Koffer werden direkt zur Seite gestellt. Bevor sie die Kabinen und Suiten des Flusskreuzfahrtschiffes erreichen, werden sie desinfiziert. Desinfektion ist eines der Worte, die an Bord der Treasures oft fallen. 

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